Tiefsee-Expedition findet weitere rätselhafte Löcher am Ozeangrund


Rätselhafte gleichförmige Löcher-Reihen

Rätselhafte gleichförmige Löcher-Reihen. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.)
Copyright: NOAA Ocean Exploration, Voyage to the Ridge 2022

Washington (USA) – Im Rahmen der Mission “Voyage to the Ridge 2022” erkunden Forschende der US-Ozeanografiebehörde NOAA derzeit mit ferngelenkten Tauchsonden den Grund der Charlie-Gibbs Bruchzone, Teile des Mittelatlantischen Rückens und das Azoren-Plateau. Hierbei sind die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erneut auch rätselhafte, linear ausgerichtete gleichmäßige Löcher am Ozeanboden gestoßen, für die sie immer noch keine Erklärung haben.

Wie die Forscher auf der NOAA-Webseite und über die Netzwerkkanäle der Behörde berichten, entdeckte der Tauchroboter „Okeanos“ bei seinem vierten Tauchgang der Mission 2022 gleich „mehrere dieser sublinearen Reihen von Löchern im Sediment“ in rund 2.540 Metern Tiefe.

sublinearen Reihen von Löchern im Sediment

Weitere Detailansichten der Löcher. Copyright: NOAA Ocean Exploration, Voyage to the Ridge 2022

Weitere Detailansichten der Löcher.
Copyright: NOAA Ocean Exploration, Voyage to the Ridge 2022

Auch die NOAA verweist auf den Umstand, dass „diese Löcher bereits zuvor in der Region gefunden wurden“, dass aber ihre Herkunft und Natur weiterhin rätselhaft bleibe. Zu den Merkmalen der Löcher selbst schreibt die NOAA weiter: „Während diese Löcher auf den ersten Blick nahezu menschlich erscheinen, deuten die kleinen Aufschüttungen von Sediment rund um diese Löcher darauf hin, dass sie von irgendetwas ausgehoben wurden.“

Hintergrund
Erstmals auf ganz ähnliche Löcher aufmerksam, wurden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits bei einem Tauchgang im Juli 2004 entlang des Mittelatlantischen Rückens in einer Tiefe von 2.082 Metern. In einer auf dieser Entdeckung basierenden Studie kamen Forscher um Michael Vecchione und Odd Aksel Bergstad zu dem Schluss, dass es sich um das Ergebnis lebender Organismen (Lebensspuren) handelt und dies Existenz dieser Loch-Reihen eine Lücke in unserem Wissen über die Ökosysteme am Grund der Mittelozeanischen Rückensysteme aufzeige.

Auch 2018 entdeckte ein Team um Leigh Marsh vom National Oceanography Centre der University of Southampton ähnliche Spuren in der pazifischen Clarion-Clipperton-Zone zwischen Mexiko und Hawaii (s. Abb. l.) Ihr Erkundungs-Tauchroboter stieß damals auf mehr als 3.500 (!) der durchschnittlich knapp 2,5 Meter langen und rund 13 Zentimeter tiefe Abdrücke im Boden.

Die Sonaraufnahmen zeigten, dass diese Abdrücke auch nicht zufällig verteilt sind und leicht kurvig verlaufende Spuren bilden, die die Forscher „fasst schon an eine Reihe von Fußspuren“ erinnerten. Eine Spur besteht demnach aus jeweils etwa 21 „Stapfen“, die zwischen 6 und 13 Metern auseinanderliegen. Zwar seien die Abdrücke offenbar unterschiedlich alt, es scheine sich aber um Spuren aus jüngerer Zeit zu handeln, so die Forschenden um Marsh 2018

Während es keinen bekannten geologischen Prozess gebe, der diese Spuren erklären könnte, vermuten auch Marsh und Kollegen, dass es sich um die Abdrücke oder Aushübe eines Organismus handelt. Allerdings stehen die Forscher hierbei vor einem Problem: Die Spuren im Tonsediment fanden sich in rund 4.000 Metern Tiefe und damit in einer Zone, in der es eigentlich keine Lebewesen geben sollte, die derart große Abdrücke hinterlassen können.

2019 entdeckten dann Forscher um Eve Lundsten und Charles Paull vom „Monterey Bay Aquarium Research Institute“ (MBARI) bei Vermessungsarbeiten vor der kalifornischen Küste zahlreiche kreisrunde Löcher und Gruben, die sich jedoch in ihrer Ausformung von den 2018 und aktuell beschriebenen Spuren unterscheiden

Wie schon 2004 und 2018, so stehen die Forschenden der NOAA auch aktuell angesichts der Entdeckungen des Okeanos-Tauchroboters vor einem Rätsel.

Da die einzigen hier lebenden größeren Bodenfische gerade einmal knapp einen Meter groß werden (s. Abb. r.; Copyright: Marsh et al., 2018), seien sie damit nicht schwer genug, um derartige Abdrücke im Meeresboden zu hinterlassen, erklärten die Forschenden. Als einzige bekannte Erklärung spekulierten Marsh und Kollegen deshalb damals, dass Schnabelwale (Ziphiidae) oder Pottwale mit ihren Flossen die Kerben in den Boden graben könnten. Tatsächlich seien ähnliche Spuren – verursacht von Buckelwalen – am Grund flacher Schelfmeergebiete bekannt. Der Umstand, dass in der Clarion-Clipperton-Zone schon öfter fossile Schnabelwalknochen gefunden wurde, beweise zwar noch nicht, dass die Meeressäuger auch tatsächlich bis auf diese großen Tiefen hinabtauchen und hier die Abdrücke hinterlassen, doch belegen sie zumindest deren Anwesenheit in dieser Region 

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