Data Sonifikation: So klingt ein Schwarzes Loch


Der Perseus-Galaxienhaufen mit der markierten Region des Schwarzen Lochs in einer Aufnahme des Röntgen-Weltraumteleskops „Chandra“. Copyright: NASA / chandra.harvard.edu

Der Perseus-Galaxienhaufen mit der markierten Region des Schwarzen Lochs in einer Aufnahme des Röntgen-Weltraumteleskops „Chandra“.
Copyright: NASA / chandra.harvard.edu

Washington (USA) – Schon 2003 haben NASA-Wissenschaftler Klänge mit einem Schwarzen Loch im Zentrum des Perseus-Galaxienhaufens identifiziert. Möglich wird dies durch die Umsetzung von für uns Menschen eigentlich nicht hörbaren, von heißen Gasen des Schwarzen Lochs verursachten Druckwellen, die mittels der sog. Daten-Sonifikation in Musiknoten umgewandelt werden.

Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA berichtet, konnten anhand des Schwarzen Lochs im Zentrum des Perseus-Galaxienhaufens (S. Abb. o.) zahlreiche Töne identifiziert werden, von denen die meisten jedoch für das menschliche Ohr nicht hörbar sind, da einige davon 57 Oktaven unterhalb des mittleren C’s liegen. Die Daten selbst stammen vom Röntgen-Weltraumobservatorium „Chandra“.

NASA-Pressemitteilung. „Innerhalb von Galaxienhaufen gibt es aber unvorstellbar große Mengen an Gasen und damit auch ein Medium, durch das Schallwellen reisen können.“

Die nun in Perseus ermittelten Klangwellen wurden radial extrahiert – also vom Zentrum der Galaxie nach außen gemessen. „Die Signale wurden dann re-synthetisiert, um 57 und 58 Oktaven erhöht, um sie so auch für das menschliche Ohr hörbar zu machen. Auf diese Weise sind die nun um das bis zu 288-Billiardenfache höher als ihre ursprüngliche Frequenz.“ Im folgenden Video zeigt ein Radar-artig umlaufender Zeiger, von welchen Orten, die die Wellen in unterschiedlichen Richtungen ausgehen. Das visuelle Bild der Perseus-Galaxie basiert ebenfalls auf den Chandra-Daten im blauen und violetten Farbspektrum.

Hintergrund
“Schon Ende des 18. Jahrhunderts spekulierten die Naturforscher John Mitchell und Pierre Simon de Laplace über ‘dunkle Sterne’, deren Schwerkraft so stark ist, dass Licht ihnen nicht entkommen kann.” Es war diese Idee, die die Grundlage der später dann durch die von Albert Einstein konkretisierten allgemeinen Relativitätstheorie beschriebenen Vorstellung von Schwarzen Löchern legte.

Schwarze Löcher sind Objekte mit einer derart großen und extrem komprimierten Masse, dass selbst das Licht ihrer Anziehungskraft nicht entkommen kann – weshalb sie auch eigentlich nicht direkt beobachtet werden können. Dennoch lassen sie sich eben aufgrund ihrer gewaltigen Schwerkraft indirekt nachweisen. Unter anderem durch die Messung der durch die Kollision zweier Schwarzer Löcher ausgelösten sogenannten Gravitationswellen..

Auch im Zentrum unserer Milchstraße sollte sich, rund 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, ein solches Schwarzes Loch mit der Bezeichnung Sagittarius A* befinden. Aufgrund seiner Wechselwirkung mit seiner kosmischen Umgebung schätzen Astrophysiker seine Masse auf die von rund 4,3-4,5 Millionen Sonnen.

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