Proxima Centauri: Dritter Planet um sonnennächsten Stern entdeckt


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Künstlerische Darstellung des Planeten „Proxima d“, den roten Zwergstern Proxima Centauri, den dem Sonnensystem am nächsten liegenden Stern, umkreist (Illu.). Copyright: ESO/L. Calçada

Künstlerische Darstellung des Planeten „Proxima d“, den roten Zwergstern Proxima Centauri, den dem Sonnensystem am nächsten liegenden Stern, umkreist (Illu.).
Copyright: ESO/L. Calçada

Porto (Portugal) – Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile hat ein Astronomenteam Belege für einen weiteren Planeten um den sonnennächsten Stern, Proxima Centauri, gefunden. Der Planetenkandidat ist mittlerweile der dritte und der leichteste bisher entdeckte um den nur 4 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernten Stern. Mit nur einem Viertel der Masse unserer Erde ist der Planet zugleich einer der leichtesten Exoplaneten, die bislang entdeckt wurden.

„Die Entdeckung zeigt, dass unser nächster stellarer Nachbar voller interessanter neuer Welten zu sein scheint, die in Reichweite weiterer Studien und zukünftiger Erkundungen liegen“, erklärt João Faria, Forscher am Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço in Portugal und Erstautor der aktuell im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ (DOI: 10.1051/0004-6361/202142337) veröffentlichten Studie. Proxima Centauri ist mit einer Entfernung von etwas mehr als vier Lichtjahren der sonnennächste Stern.

Der neu entdeckte Planet mit der Bezeichnung „Proxima d“ umkreist seinen Stern in weniger als einem Zehntel der Entfernung des Planeten Merkur von der Sonne. Er befindet sich zwischen dem Stern und der habitablen Zone – jenem Bereich um einen Stern, in dem aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser – und damit die Grundlage zumindest allen bekannten irdischen Lebens – auf der Oberfläche eines Planeten existieren kann. Für eine Umrundung seines Sterns benötigt „Proxima d“ – bei dem es sich vermutlich um einen Felsplaneten handelt – gerade einmal fünf Tage.

Bislang waren bereits zwei Planeten in dem System bekannt: „Proxima b“, ein Planet mit einer Masse vergleichbar mit der der Erde, der den Stern alle 11 Tage innerhalb der habitablen Zone umkreist, und der Planetenkandidat „Proxima c“, der sich auf einer längeren fünfjährigen Umlaufbahn um den Stern befindet.

Mit nur einem Viertel der Erdenmasse ist „Proxima d“ der leichteste Exoplanet, der jemals mit der Radialgeschwindigkeitmethode gemessen wurde, und übertrifft damit einen kürzlich im Planetensystem L 98-59 entdeckten Planeten. Die Methode nutzt minimalste Schwankungen in der Bewegung eines Sterns, die durch die Anziehungskraft eines ihn umkreisenden Planeten entstehen und so dessen Anwesenheit offenbaren. „Die Wirkung der Schwerkraft von Proxima d ist so gering, dass sie Proxima Centauri nur mit etwa 40 Zentimetern pro Sekunde (1,44 Kilometer pro Stunde) hin und her bewegt“, erläutert die ESO-Pressemitteilung.

Der aktuelle Erfolg belegt damit, dass die Radialgeschwindigkeitstechnik das Potenzial hat, leichte Planeten wie unseren eigenen zu entdecken, die vermutlich die häufigsten in unserer Galaxie sind und die möglicherweise Leben, wie wir es kennen, beherbergen können.

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Recherchequelle: ESO

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