Suche nach außerirdischen Intelligenzen mit FAST-Teleskop soll bald beginnen


Blick auf das “Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope” (FAST).

Obwohl das weltweit größte Radioteleskop “FAST” bereits Teil unterschiedlicher Kampagnen zur Suche nach Signalen extraterrestrischer Intelligenzen (SETI) ist, wurde das chinesische Teleskop bislang noch nicht offiziell für die internationale SETI genutzt. Jetzt wurden konkrete Pläne dazu veröffentlicht.

Seit 2016 befand sich das “Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope“ (FAST) in der chinesischem Provinz Guizhou in der Anlauf- Kalibirerungs- und Testphase, die 2019 beendet wurde . Seither wurde das Teleskop allerdings hauptsächlich von chinesischen Wissenschaftlern genutzt und steht nun kurz davor, auch der internationalen Astronomie-Gemeinde zur Verfügung zu stehen.

Entsprechend hat nun ein internationales Team aus SETI-Astronomen um um Di Li von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Andrew Siemion von der University of California Berkeley und dem SETI Institute in Mountain View ein Strategiepapier für die Nutzung von FAST zur Suche nach intelligenten, außerirdischen Signalen im Fachjournal „Research in Astronomy and Astrophysics“ (DOI: 10.1088/1674-4527/20/5/78) veröffentlicht.

Die Roadmap der SETI-Astronomen und -Astronominnen ist basiert demnach auf drei Säulen:

  • Zunächst soll die Andromeda-Galaxie nach SETI-Signalen abgesucht werden.
  • Danach Exoplaneten, die mit dem NASA-Weltraumteleskop „TESS“ innerhalb der habitablen (also potentiell lebensfreundlichen) Zone ihrer Sterne entdeckt wurden…
  • …und abschließend soll nach modulierten Signalen gesucht werden, die bisherigen SETI-Suchen bislang entgangen sein könnten.

Während die Andromeda-Galaxie zunächst vielleicht ein merkwürdiges Ziel für eine SETI-Kampagne erscheinen kann, erläutert der Mitautor der Studie, Dr. Vishal Gajjar von der „Breakthrough Listen“-SETI Intititave, dass gerade unsere nächstgelegene Nachbargalaxie, um die sich zahlreiche moderne Mythen und Science-Fiction-Fantasien ranken, von SETI-Bemühungen bislang nahezu vollständig ignoriert wurde. Ein Grund hierfür war bislang, dass Signale, die aus der Spiralgalaxie stammen könnten, für bisherige Instrumente als vermutlich zu schwach galten, um überhaupt detektiert werden zu können. Mit der nun deutlich erhöhten Leistungsfähigkeit des FAST-Radioteleskop könnten nun Signale aus Andromeda hörbar werden.Die Andromeda-Galaxie. Copyright: Adam Evans (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 2.0

Die Andromeda-Galaxie.

Die Astronomen planen, mit den 19 mit FAST zur Verfügung stehenden Deteketoren die geschätzten rund eine Billion Sterne der 2,5 Millionen Lichtjahre entfernten Andromeda-Galaxie in insgesamt 21 hexagonale Bilder zu unterteilen (s. Abb.) und jeden Ausschnitt etwa 10 Minuten zu beobachten.

Im nächsten Schritt sollen dann Planeten innerhalb der habitablen Zone ihrer Sterne ins Visier genommen werden, die mit dem NASA-Weltraumteleskop „TESS“ in 100-200 Lichtjahren Distanz zu Erde entdeckt wurden. „Auch wenn auf einem dieser Planeten eine Zivilisation keine Signale absichtlich Richtung Erde gesendet wurden, so könnte FAST dennoch in der Lage sein, auch schwache Radiosignale möglicher Zivilisationen zu finden – Signale, wie sie vielleicht unseren Radio- und TV-Signalen oder Kommunikation mit Kommunikationssatelliten entsprechen“, so die Autoren des Papers.

Abschließend sollen neben sich wiederholenden Signalen auch nach sogenannten modulierten Signalen gesucht werden, mit denen eine fernen Zivilisation eventuell ganz gezielt Daten und Informationen ins All senden könnte und wie sie bisherigen SETI-Suchen entgangen sind, aber sozusagen den heimliche „Gral“ der Suche nach außerirdischen Signalen darstellen.

Tatsächlich spekulieren einige SETI-Astronomen, dass außerirdische Intelligenzen uns gänzlich unbekannte Modulationstechnologien nutzen könnten. Das würde es wiederum erschweren, ein Signal – und wäre es noch so „intelligent“ konzipiert – und dessen Inhalt als solches zu erkennen. Zu diesem Zweck hat die „Breakthrough Listen“-Initiative auch einen Algorithmus entwickelt, mit dem modulierte Signale mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent als solche erkannt werden können. Ob dann auch deren Inhalte verstanden und übersetzt werden können, ist dann die nächste, derzeit noch offene Frage.

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